Babouci - nejstarší jihočeská dechovka » Historie
Die Geschichte der Blaskapelle "BABOUCI"
In Nemcice bei Netolice wirkte in den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts ein Lehrer -Jan Votava- der sich mit dem Lehren von Blasmusik beschäftigte. Manche seiner Schüler haben später bei Militär- und Zirkuskapellen musiziert und genossen in der großen weiten Umgebung Achtung. Wie viele andere südböhmischen Auswanderer hat Jan Votava sein geliebtes aber armes Land in Richtung Amerika verlassen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die zurückgelassene Kapelle übernahm im Jahre 1868 sein bester Schüler Josef Prener. Weil man Josef als "Joucik" gerufen hat, erhielt die Kapelle den Namen "Jouzici".
Die Kapelle hat sogenannte Herrenmusik gespielt und im Gegensatz zur bisherigen Bauernmusik/Dudelsack- und Streichermusik wurde auf neuen Musikinstrumenten wie Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Bassflügel.. gespielt. Ein Novum war, dass die Kapelle sowohl vom Notenblatt als auch aus dem Kopf spielte und dabei viel improvisierte. Es haben erfahrene Musiker aus der Umgebung von Netolice gespielt die außergewöhnliche Popularität genossen.
In kurzer Zeit haben zwei ausgezeichnete Musiker die aus dem Militärdienst zurückkamen die Kapelle verstärkt. Das waren die Brüder Matej und Matous Baboucek aus Dubne die man Babouci nannte und dadurch schon damals die Kapelle als "BABOUCI" bekannt war. Da die Brüder wirklich außergewöhnlich spielten, kamen weitere gute Musiker wie Jan Nowotny und Kaspar Cihla aus Nemcice sowie einige aus der Umgebung dazu. Am Anfang waren es 7 und später 11 Musikanten.
Es wurde meistens auf Dorftanzabenden gespielt. Weil hier kein Eintrittsgeld verlangt wurde und die Kapelle ohne Gage/Bezahlung spielte, entstand ein Brauch, wonach man in der Mitte eines Tanzes eine Pause einlegte und diese dauerte solange bis jemand eine Spende auf den Spendierteller legte.
Erst dann ging es wieder weiter. So wie es bei Dorfmusikanten üblich war haben nicht alle Musikanten regelmäßig gespielt was die Entwicklung der Kapelle bremste. Um den guten Namen der Kapelle zu erhalten wurden Musiker geholt die dann regelmäßig spielten. Dadurch wuchs die Qualität der Kapelle und es galt, wer bei Babouci spielt ist ein ehrlicher und ausgezeichneter Musikant. In den darauffolgenden 20 Jahren hat jetz die Blaskapelle Babouci in der gleichen Besetzung gespielt, aber die Musiker wurden immer älter. Dies führte 1894 zum Generationswechsel. Es kamen neue junge Musikanten wie Matej Krejci aus Vcelna, Josef Moucka aus Cakovec und um den Jahrhundertwechsel Frantisek Lajer aus Habri. Die meisten Musikanten waren vom Beruf Maurer und Landwirte. Schon damals trugen Sie die gleiche Kleidung bei Auftritten und später kamen Militärmützen dazu. Um das Jahr 1900 haben der Namensgeber Matej Baboucek und zwei andere Musikanten die Kapelle verlassen. Danach haben die Söhne von Matej Baboucek, Jan und Vojtech sowie Josef Placr, talentierte Musiker aus Cakov, die Kapelle verstärkt. Auch weitere Musikanten wurden im Laufe der Zeit ersetzt. Das Antlitz der Kapelle hat sich geändert aber die Art der Musik, die Stimmung sowie die Musikinstrumente sind geblieben. Die Kapelle Babouci war überall so bekannt, dass jeder Sie erkannte und eine Vorstellung nicht nötig war. Bis zum heutigen Tag ist es so geblieben.
Es war Tradition, dass Babouci die südböhmischen Lieder und Kompositionen nicht nur gespielt sondern auch gesungen haben; es gab keine Solosänger. Zwischen den einzelnen Strophen spielten abwechselnd die unterschiedlichen Musikinstrumente beginnend mit den Klarinetten. Die Leute in den Sälen sangen immer mit. Auch heute wird die alte Tradition behütet und dabei geachtet dass jeder neuer Musikant nicht nur sein Instrument beherrscht sondern auch gut singt.
Da die Musik von Babouci sehr beliebt war, konnte die Kapelle nicht alle Einladungen annehmen, und dort wo sie spielten waren die Plätze restlos besetzt. Sie haben nicht nur gut gespielt und gesungen, sondern auch gute Laune und Unterhaltung mitgebracht.
Kapela Václava Rožbouda staršího z dvacátých letDie Alten haben sich noch erinnert wie auf dem Tisch, auf der Tanzfläche zwischen den Tanzenden oder auf dem Balkon gespielt wurde. Die Popularität wuchs über die Grenzen Südböhmens hinaus.Kapela Václava Rožbouda staršího z třicátých letIm Jahre 1927 hat die bekannte Schauspielerin Marie Svoboda / die später Schauspielerin im Theater C. Budejovice war / die Kapelle nach Prag eingeladen um auf einer alttschechischen Hochzeit zu spielen. Dort wirkte als Brautführer der berühmte Hochzeitsredner und Sänger Jan Hakl – Slavicek aus Kvitkovice mit.
Das Jahr 1935 war sehr wichtig für den Entwicklungsprozess der Kapelle. Der Maurer und Musikant aus Leib und Seele Jan Ferebauer aus Dubne, genannt "Smajda" wird neuer Kapellmeister und hat die Kapelle bis 1962 geführt. Er hat verstanden die besten Musikanten an die Kapelle zu binden – Es-Klarinettist Jakub Spaninger aus Dubne, Vit Postl aus Stupne und aus der Familie Baboucek der Sohn vom Jan – Vaclav und nach dem Krieg noch der Sohn Vojtech- ebenfalls Vaclav, so hat sich die Kapelle verjüngt mit weiteren Musikanten der Familie Baboucek. Mit der Zeit entdeckte man weitere Namen wie Jan und Josef Moucka aus Cakov, Stanislav Vojta und Josef Nasinec später Josef Barta und Fratisek Pach, Stanislav Borovka aus Nova Ves bei Brloh sowie Josef Sabatka aus Ceske Budejovice. Während der Okkupation waren Tanzabende verboten, Konzerte hingegen nicht. In dieser Zeit ist die Blaskapelle Babouci durch die Dörfer gezogen, und die Fans folgten aus allen Ecken des Landes zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Die Okkupation fand ihr Ende, die Leute erwachten aus dem bösen Traum und waren von den schlimmen Folgen befreit. Man durfte sich wieder freuen, lachen und tanzen.
Doba nacistické okupace skončila a lidé se probudili ze zlého snu a z ještě horší skutečnosti. Už se zase smělo žít, radovat se a tančit, a tak Babouci začali zas hrát k potěšení a zábavě těch, kteří ta zlá léta přežili. V roce 1947 už se o nich opět ví široko daleko, jsou zváni k tancovačkám, hraní při zakládání družstev a ke schůzím, na posvícení, k masopustům ...
Die Blaskapelle Babouci hat den Überlebenden wieder Freude gespendet. Im Jahre 1947 ist Babouci wieder eine gefragte Kapelle die überall hin zum Spielen eingeladen wird.
Zur heiligen Katharina im Jahre 1947 hat ein 23-jähriger den Vojtech Baboucek ersetzt. Er war ein sehr begabter und vielseitiger Musiker – Vaclav Rozboud aus Nemcice. Er wurde später Kapellmeister. Aber es dirigierte immer noch Ferebauer. Babouci ist Mitglied des Rundfunks C. Budejovice geworden, wurde vom Kulturhaus betreut und hatte eine Übungsstätte in der südböhmischen Papierfabrik gefunden. Jetzt begann die Zeit der vielen Audioaufnahmen für Radio C. Budejovice und Prag.
Es waren vor allem Kompositionen ohne Gesang (orchestral Komp.). Eine ganze Reihe von bekannten Komponisten haben für Babouci komponiert, u.a. J. Novacek, J. Drobilek, J. Beneda und L. Kubes. Der Musikredakteur des Rundfunks Miroslav Vaverka hat die Zusammenarbeit mit Babouci sehr gelobt und die hohe Klasse der Kapelle immer gewürdigt. Die Aufnahmen waren bei den Radiohörern sehr beliebt, weil es sich um alte und bekannte Volkslieder und Kompositionen handelte.
Die zahlreiche Post an die Rundfunkanstalten sowie direkt an die Kapelle belegen die außergewöhnliche Popularität.
Die neueste Geschichte
Im Jahre des 100-jährigen Jubiläums – 1968, gestaltete der bisherige Musiker – Vaclav Rozboud den Entwicklungsprozess der Kapelle. Er hat in der Vergangenheit in einer Militärkapelle in C. Budejovice gespielt und stammt aus einer alten Musikantenfamilie. Sein Großvater diente in einer Kapelle der k.u.k.-österreichischen Armee in Italien, der Vater musizierte beim Kaiser und die Söhne Milan und Vaclav sind ebenfalls Musikanten.
"Die Musik ist von Generation zu Generation in unserer Bevölkerung verwurzelt, hier waren ganze Dörfer musikalisch tätig" – erinnerte sich Vaclav Rozboud.
Die Kapelle ist immer mehr zu seinem ursprünglichen Stil zurückgekehrt, es wurde immer mehr beim Spielen gesungen. Es wurden neue Namen entdeckt wie: Frantisek Mikes, Milous Stropek, Ladislav Lipp, Frantisek Herda, Zdenek Kabourek, Stanislav Vojta, Eduard Lehecky, Josef Safar, Frantisek Babicky, Jaroslav Nusko, die Brüder Kucera aus Prachatice, Frantisek Matousek aus Ceske Budejovice u.v.a.
Die Blaskapelle spielte in der traditionellen Besetzung mit 11 Musikern auf den verschiedensten Musikinstrumenten. Wie früher spielt man auf Musikabenden, Wallfahrten, Kirchweihen und Bestattungen. Die Kapelle darf auch nicht fehlen wenn in Ceske Budejovice ein Musikantenball zum Ende der Karnevalszeit stattfindet. Babouci sind jetzt populärer denn je, nicht nur bei den Konzertbesuchern sondern auch bei Radiohörern und Fernsehzuschauern. Die Silvestersendung "Na piseckej Silnici" von 1979 war so beliebt, dass diese mehrmals im TV wiederholt werden musste. Die Kapelle war in verschiedenen Fernsehsendungen präsent wie z.B. in der Serie "Ein Wort mit der Bevölkerung". Bei den Agrarausstellungen in Ceske Budejovice waren Babouci von Anfang ständig dabei.
In den Biergärten wo sie spielten waren lange vor Beginn die Plätze besetzt. Babouci sind auch reiselustig geworden. In einem großen Teil von Tschechien und Mähren sind die grünen Westen der Kapelle mit dem Spinnenemblem und der Musikstil von Babouci bekannt. Die Leute freuen sich über die Auftritte, besonders in Kaliste bei Horni Dubenky im Kreis Jihlava wo 1986 der erste "Fanklub Babouci" gegründet wurde. Er hat sogar einen eigenen Klubstempel. Die südböhmische Blasmusik hat in Kaliste in den 50er-Jahren die Kapelle Mugraueri populär gemacht. Hier waren auch andere Blaskapellen zu Gast aber erst Babouci haben die große Begeisterung ausgelöst. Unter der Führung der Vorsitzenden Anicka Druzkovska und den Sekretären Josef Pulkrab sowie Jaroslav Hajek organisierte der Fanklub zahlreiche Ausflüge zu den Orten wo Babouci gastierten und sorgten für großen Enthusiasmus. Es wird gesagt:
"Pracuji již 24 roků v ČSAD Počátky jako řidič autobusu... Zavítali jsme na Zemi živitelku do Pivovarské zahrady a společně sledovali vystoupení dechovek. Náš obdiv si získala nejstarší jihočeská dechovka Babouci. Jejich způsob hry a šumavské písničky z nich dělají jedinečný a neopakovatelný soubor. Sóla, která hráli na křídlovky kapelník Rožboud se svým synem, to je muzikantská báseň" (J.Šindelář, Počátky).
"Wenn Babouci spielt ist es so als hätte eine geliebte Person die Hand gestreichelt. Die Musik bindet, und erinnert die Leute an die guten Seiten des Lebens und ist treibende Kraft zu guten Taten."
Babouci ist auch im Ausland bekannt. Sie spielten oftmals in der ehemaligen DDR an Freundschaftstagen. Im Jahre 1967 waren sie in Belgien beim internationalen Festival der Blasmusik in Knoke und hatten einen Fernsehauftritt. Auch in Österreich wurden Erfolge gefeiert wie z.B. bei einem Ball wo Babouci nach einem kurzen Schlaf um 8 Uhr Früh zum Weiterspielen geweckt wurden. Bei diesem Auftritt entstand Freundschaft mit einer Blaskapelle aus der Steiermark.
Mit freundlicher Einwilligung von Herrn Frantisek Rehak aus dem Buch "Babouci - die älteste südböhmische Blaskapelle". Editor – Museum der Stadt Tyn nad Vltavou im Jahre 1989.






























